Blog Archiv April 2015

Welche Holzarten eignen sich für Holzterrassen?

(Kommentare: 0)

Das Material sollte grundsätzlich hart, witterungsbeständig und dauerhaft sein, getreu dem Motto "Nur die harten kommen in den Garten". Heimische Hölzer werden zum Terrassenbau genauso verwendet wie Tropische.
Jede Holzart besitzt dabei ihre Eigenheiten, die Aussehen und Langlebigkeit bestimmen.  Zur näheren Bestimmung der Dauerhaftigkeit geben Normen eine Skala von 1 (= sehr dauerhaft) bis 5 (= nicht dauerhaft) vor. Terrassenholz, das schutzlos der Witterung ausgesetzt ist, sollte eine Dauerhaftigkeitsklasse von 1 oder 2 besitzen.

Heimische Hölzer

Heimische Hölzer sind meist preisgünstiger und ökologisch unbedenklich. Allerdings besitzen nur Eiche und Robinie hohe Dauerhaftigkeit.

  • Eiche: graubraun bis rötlichbraun, Klasse 2 (dauerhaft), dunkelt nach. In Kontakt mit Eisen kommt es zu blau-schwarzen oberflächlichen Verfärbungen. Daher verschraubt man Eichenholz ausschließlich mit Befestigungsmaterial aus nicht rostendem Edelstahl.
  • Robinie / Akazie: gelblich oliv bis hellbraun, Klasse 1-2 (sehr dauerhaft), dunkelt nach zu goldbraun. Die Robinie ist die einzige Holzart nicht tropischer Herkunft der Resistenzklasse 1 bis 2. Die Verfügbarkeit ist gelegentlich schwierig, da die Bäume ziemlich verdreht wachsen und daher oft nur kurze Stücke erhältlich sind.
  • Lärche: rötlich, Klasse 3-4 (mäßig dauerhaft), vergraut. Aufgrund des hohen Harzgehaltes der Lärche kann auf jeglichen chemischen Holzschutz verzichtet werden.
  • Fichte und Kiefer: rötlich gelb bis hellgelb, Klasse 4 (wenig dauerhaft), dunkeln nach, neigen zum Splittern und sind daher für Barfußbereiche ungeeignet. Sie sind weiche Holzarten und daher auch empfindlich bei Abdrücken z.B. durch Möbel. Fichte und Kiefer sollte als Terrassenholz nur kesseldruckimprägniert verbaut werden. (Holzschutzmittel dabei wird tief und gleichmäßig in das Holz eingepresst)

Tropische Hölzer

Tropische Hölzer sind besonders hart und dauerhaft. Bangkirai, Teak, Garapa, Itauba, Ipe und Cumaru sind praktisch ast- und fehlerfrei und sind im Außenverbau sehr lange ohne Pflege haltbar.
Aber sind sie auch ökologisch vertretbar? Wer sich für Tropenholz entscheidet, sollte unbedingt Plantagenholz mit dem FSC-Zertifikat verwenden. Das so gekennzeichnete Holz stammt aus ökologisch und sozial vertretbarem Anbau.

  • Teak: rot-braun mit dunkelbraunen fast schwarzen Farbstreifen, Klasse 1 (sehr dauerhaft / mehr als 20 Jahre), sehr hart, splitterfrei und frei von Astlöchern
  • Ipe: nussbraun bis gelblich grün und oliv, Klasse 1 (sehr dauerhaft / mind. 25 Jahre), sehr hart, frei von Astlöchern, splitterfrei, ideal in Bereichen für Kinder
  • Bangkirai: braun, sehr schwer, Lebensdauer ca. 30 J. Inhaltsstoffe können in den ersten Monaten in freier Bewitterung ausgewaschen werden und zu Verfärbungen führen. In Kontakt mit Eisen gibt es blau-schwarze oberflächliche Verfärbungen. Daher verschraubt man Bangkirai ausschließlich mit Befestigungsmaterial aus nicht rostendem Edelstahl.

WPC Terrassendielen

Sie sollen die Vorteile von Holz und Kunststoff in sich vereinen, und werden in den letzten Jahren auch in Deutschland stark beworben. WPC ist die Abkürzung für Wood Plastic Composit, also ein Verbundstoff aus Holz und Kunststoff. WPC wird aus bis zu 75% Holzfasern oder Holzmehl und 25% Polymer hergestellt. Mittels Presstechnik wird es in jede beliebige Form gepresst. WPC-Dielen verfügen über eine gleichmäßige Holz-Optik, die sehr pflegeleicht ist.

Für einige wenige Anwendungsbereiche wie etwa direkt neben dem Swimmingpool hat die WPC Terrassendiele sicherlich ihre Berechtigung, doch gerade im privaten Garten und auf der Terrasse, wo man sich in der Natur erholen möchte, besitzt echtes Holz eine völlig andere Ausstrahlung. Man könnte am ehesten Parallelen zum Einsatz von echtem Parkett oder Laminat ziehen. Eine Grundsatzfrage also. Für viele Naturfreunde sicherlich keine Alternative!

In dieser Serie erscheinen: